Abfindung verhandeln - so geht's
- 22. Apr.
- 2 Min. Lesezeit
Eine Abfindung ist kein Automatismus, sondern Verhandlungssache. Viele Arbeitnehmer gehen davon aus, dass ihnen nach einer Kündigung automatisch eine Abfindung zusteht. Das ist nicht der Fall. Eine Abfindung ist kein gesetzlicher Standard, sondern das Ergebnis von Verhandlungen. Die entscheidende Frage ist daher nicht: „Bekomme ich eine Abfindung?“ Sondern: „Wie stark ist meine Verhandlungsposition?“.

1. Die sogenannte „Regelabfindung“
Im Zusammenhang mit Abfindungen wird häufig von einer „Regelabfindung“ gesprochen. Gemeint ist damit eine grobe Orientierung von etwa einem halben Monatsgehalt pro Beschäftigungsjahr. Diese Größe kann ein erster Anhaltspunkt sein. Mehr aber auch nicht.
In der Praxis zeigt sich, dass Abfindungen je nach Fall deutlich darüber oder darunter liegen können. Wer sich zu stark an diesem Wert orientiert, läuft Gefahr, den tatsächlichen Verhandlungsspielraum nicht auszuschöpfen.
2. Warum Abfindungsrechner oft in die Irre führen
Viele Arbeitnehmer greifen auf Online-Rechner zurück, um ihre Abfindung zu „berechnen“. Diese Rechner basieren regelmäßig auf der genannten Regelabfindung und vermitteln den Eindruck, das Ergebnis sei verlässlich.
Genau das ist das Problem.
Solche Berechnungen berücksichtigen nicht, ob die Kündigung rechtlich angreifbar ist, wie hoch der Druck auf den Arbeitgeber tatsächlich ist oder welche strategischen Optionen bestehen. Das Ergebnis ist häufig ein pauschaler Wert, der mit der konkreten Verhandlungssituation wenig zu tun hat.
3. Wovon die Abfindung tatsächlich abhängt
Entscheidend ist nicht eine Formel, sondern die konkrete Ausgangslage. Je unsicherer die Rechtslage für den Arbeitgeber, desto größer wird regelmäßig die Bereitschaft, eine höhere Abfindung zu zahlen. Hinzu kommen Faktoren wie die Dauer der Betriebszugehörigkeit, die Position im Unternehmen und das taktische Vorgehen im Verfahren.
4. Typische Fehler in der Verhandlung
In der Praxis wird häufig Potenzial verschenkt, weil die eigene Position nicht klar oder richtig eingeschätzt wird. Wer sich vorschnell an pauschalen Werten orientiert, gibt häufig Verhandlungsspielraum auf, ohne es zu merken.
Gerade die ersten Tage nach Zugang der Kündigung sind entscheidend. In dieser Phase wird häufig der Rahmen gesetzt, in dem sich die spätere Verhandlung bewegt.
Sie wollen Ihr Verhandlungspotential richtig einschätzen?
Die „Regelabfindung“ ist ein Ausgangspunkt – nicht das Ziel.
Entscheidend ist, was sich in Ihrer konkreten Situation tatsächlich durchsetzen lässt. Wer seine Verhandlungsposition kennt und strategisch nutzt, erzielt regelmäßig deutlich bessere Ergebnisse als es pauschale Berechnungen erwarten lassen.
Wenn Sie wissen möchten, welcher Spielraum in Ihrem Fall realistisch ist, biete ich Ihnen eine kurze, kostenfreie Ersteinschätzung an. In diesem Gespräch klären wir, wie Ihre Situation einzuordnen ist und welche nächsten Schritte sinnvoll sind.

